Trends aus Jordanien – Monobrillen

2. March 2019 0 By The Hikergirl

Heute morgen wache ich mit einem neuen Brillenmodell auf! Ich habe es ernsthaft geschafft, nachts von meiner Isomatte runter zu rutschen und mich auf meine Brille zu legen. Ich habe das Knacken zwar gehört, aber erst morgens realisiert, was mir da eigentlich passiert ist. Da ich nie Lust habe eine Ersatzbrille mitzunehmen und mir so etwas auch noch nie passiert ist, steh ich jetzt ziemlich dumm da.

Ohne Brille bin ich wirklich blind wie ein Maulwurf, aber auch wenn das wirklich äusserst unpraktisch ist muss ich den ganzen Morgen darüber lachen, was ich da nun wieder gemacht habe. Ich repariere die Brille mit einem Klebeband, was ich dabei habe und Gottseidank bin ich ja Handwerker – ich kann sowas! Sieht gar nicht mal so übel aus!

Nach der provisorischen Reparatur beschließe ich jetzt Pilzrahmsuppe als Frühstück zu essen. Warum auch nicht? 😂🤷🏼‍♀️ Die Wüste hat mich voll im Griff: Ich bin ein bisschen verrückt – und ich seh jetzt sogar verrückt aus – mit meiner neuen stylischen Brille…

Während ich esse, sehe ich weiter weg ein Kamel, was ganz gemütlich durch die Dünen läuft. “Wüstenschiff!”, murmel ich mit vollem Mund vor mich hin und schaue ihm kauend hinterher.

… es gibt manchmal so Momente, besonders beim Reisen – die, auch wenn sie schlicht und unspektakulär erscheinen, eine große Wirkung haben. Schöne Dinge, also wirklich schöne Dinge, sind nicht spektakulär. Etwas was wirklich schön ist braucht so etwas auch nicht.

Sie hinterlassen meistens einen sehr ruhigen, friedlichen Abdruck im Herzen – so wie dieses Kamel, welches mir seine Gelassenheit und Freiheit auf eine ganz sanfte Art vermittelt. 

Kurze Zeit später fängt es an zu regnen. Hier ist das nicht so tragisch, meine Tagesetappe führt mich aber heute eigentlich zurück in die Berge. Ich laufe also weiter am Gebirgsrand entlang und bin etwas genervt davon, dass ich nicht so voran komme, wie ich das ursprünglich geplant habe. Auch hier begegnen mir immer wieder Teile von Treppen oder andere Hinweise auf nabatäische Baukunst. Gelangweilt laufe ich immer wieder mal ein wenig die Berge hoch und runter, um abzuchecken, inwiefern sich das Wetter verändert.

Am Nachmittag komme ich an einer Art Bauernhof vorbei. Wirklich befestigte Gebäude gibt es zwar nur 2 sehr Kleine – der Rest des Ensembles besteht aus den typischen Beduinen-Zelten – aber all das hier sieht nicht so aus, als würde es regelmäßig von A nach B bewegt werden. Wie überall in diesem Land, bin ich auch hier herzlich willkommen. Zusammen mit der Familie, die hier lebt kochen wir typisch beduinisch. Ich darf beim Brot backen helfen und finde diesen Aufenthalt hier wesentlich besser, als sinnlos durch die Gegend zu laufen. Wir haben auch einen sehr netten Abend miteinander und ich lege mich relativ zeitig in mein Bett. Ich darf meinen Schlafplatz in einem der Gebäude herrichten, was ich ganz praktisch finde. Das Gebäude ist ungefähr so groß wie eine Garage und drin befindet sich eigentlich nichts, ausser einem Tisch, ein paar Wasserkanistern, Reis und anderes essbares Zeug in Säcken, Decken und Kissen…

Erst finde ich es ganz bequem und ich schlafe auch gut – meine Nacht endet aber überraschend unschön… 

… wie es weiter geht erfahrt ihr im nächsten Teil…