Rucksäcke mit Tragegestell

Meine Erfahrungen mit Rucksäcken spielen sich alle mit derselben Marke ab. Alle meine Rucksäcke sind von Osprey. Die Annehmlichkeiten diese Modelle fangen für mich schon dabei an, dass die Träger aller Modelle eine sehr geschwungene Form haben und durch ihre S Form nicht auf die Brust drücken. Jenachdem wie gut Frau ausgestattet ist, kann das echt unangenehm sein. Bei diesen Rucksäcken wurde offensichtlich darüber nachgedacht, weshalb sie sich gerade bei den Ladys großer Beliebtheit erfreuen. 

Der Osprey Ariel ist mein größter und gleichzeitig auch schwerster Rucksack. Den benutze ich hauptsächlich für lange, autarke Touren, in denen man zum Beispiel zwischendrin nicht seine Vorräte auffüllt. Früher habe ich diesen Stauraum auch gebraucht, wenn es in kältere oder in Regionen mit rauerem Wetter ging, da ich wärmere Sachen einpacken musste, die mehr Platz weggenommen haben. Mittlerweile sind aber auch diese Ausrüstungsgegenstände schon so optimiert, dass sie problemlos in meine kleineren Rucksäcke passen. So fristet der Ariel gerade ein eher ruhiges Dasein und oxidiert so vor sich hin. Da ich aber auf jeden Fall nochmal lange Touren gehen will, in denen ich zwischendrin nicht in Zivilisationsnähe kommen möchte, bin mir sehr sicher ihn irgendwann nochmal gebrauchen zu können. Das Tragesystem liegt nah am Rücken an, weshalb man bei diesem Modell leichter ins schwitzen kommt, als bei den andere beiden Rucksäcken, die ich habe. 

Weiter geht es mit dem Osprey Exos 58. Den habe ich ursprünglich für meinen ersten Thruhike auserkoren. Ultraleichtrucksäcke sind zwar toll – und ultraleicht! aber man kann dort auch wirklich nur ultraleichte Dinge reintun, wenn man die überlastet gehen die kaputt, das Material kann dann reißen. Da meine Ausrüstung zwar schon sehr leicht – aber eben nicht übertrieben leicht ist, habe ich diesbezüglich weniger Spielraum. Das wird dann zum Problem, wenn man mal Essen für 7-9 Tage mit auf den Trail nimmt und der Proviant den Belastungsrahmen sprengt. Ausserdem ist es mir persönlich einfach zu unbequem all das in Ultraleichtrucksäcken ohne Tragegestell herum zu tragen. Der Exos wiegt 1090 Gramm – wenn man den Deckel abmacht – den ich für unnötig erkläre, da er auch ohne Deckel wasserdicht verschließbar ist – wiegt er 139 Gramm weniger – also 951 Gramm. Jetzt lachen die meisten Ultraleicht-Leute darüber, da das eigentlich nicht wirklich ultraleicht ist. Für mich ist es dennoch um ein vielfaches angenehmer und ich bin leistungsstärker mit vom System gut unterstützter Gewichtsverteilung. Ich mag an dem Exos, dass die Aussenfächer extrem elastisch sind, ein Zelt passt problemlos rein (egal in welches) und man kommt gut an Trinkflaschen heran. Das Tragegestell ist so konzipiert, das zwischen Rücken und Rucksack ganz schön viel Luft ist. ich finde das sehr angenehm, weil man so viel weniger bis garnicht am Rücken schwitzt. Dafür hat er im Hauptfach durch dieses Design einen vertikalen Knick, der manchmal ein bisschen nervig beim Packen ist – Besonders störend empfinde ich ihn aber nicht.

Was für mich persönlich leider auch bei diesem Modell noch nicht 100% gut gelöst wurde, ist wieder der Bereich um den Hüftgurt. Den hätte man etwas mehr nach aussen wölben können. Nach längeren Märschen scheuert es an der Stelle hin und wieder mal – aber wiegesagt: Ich glaube ich habe eine komische Hüfte…

Trotz, das ich mit dem Exos schon sehr zufrieden war, war ich total scharf drauf mir das kürzlich auf den Markt gekommene Modell, den Osprey Levity, anzusehen. In einem Outdoorladen wurde ich zufällig fündig und habe den “Fehler” gemacht, ihn aufzusetzen und damit eine Weile durch den Laden zu laufen. Genau die Schwachstelle an der Hüfte, die ich beim Exos und Ariel bemängel wurden hier behoben. er trägt sich absolut phantastisch und da war eigentlich schon klar, dass ich ihn mir kaufen werde. Mein lieber Freund hat ihn mir dann letztendlich zu weihnachten geschenkt – aber ich wäre auch ohne diese Überraschung garantiert nicht davon losgekommen, mir den zuzulegen. Der Levity ist nochmal leichter und wiegt zarte 827 Gramm. Für einen Rucksack mit Tragesystem und in dieser Größe ist das wirklich richtig gut! Das Material macht einen deutlich zarteren Eindruck, als meine anderen beiden Modelle und man kann auch hindurchsehen und seinen Rucksackinhalt von aussen erahnen. Er ist jedoch robust – bin mal mit ner Drahtbürste drüber gegangen um das zu testen – ist stabil. Leider hat er Levity keine Taschen an seinem Hüftgurt, ich glaub ich näh mir da selber welche drauf, irgendwie stört mich das. Der Hohlraum zwischen Rucksack und Rücken ist hier noch extremer, als bei dem Exos. Für mich stellt dieser Hohlraum jetzt sogar zusätzlicher Stauraum dar, weil ich da problemlos eine Jacke hinter klemmen kann. Der Knick im Hauptfach ist dadurch auch extremer als beim Exos, ein Bärenkanister passt allerdings trotzdem noch rein! 

Mit diesem Rucksack werde ich jetzt auch auf den Continental Divide Trail gehen! Was den Tragekomfort angeht ist er wirklich unschlagbar und im Großen und Ganzen bin ich wirklich begeistert von diesem Modell!