Küche und Ernährung auf dem Trail

UND WAS ESSE ICH HEUTE?

Die leidige Diskussion ums Essen wird früher oder später das Hauptgesprächsthema auf dem Trail. Alles dreht sich um Essen! Jeder erzählt dir, was er alles schon gegessen hat – und vor allem: was er jetzt gerne essen würde! Der Körper entwickelt mit der Zeit einen dermaßen abartigen Hunger, du wirst dich fühlen wie ein lebendiger Mähdrescher! Kein McDonalds und kein Subway wird vor dir sicher sein – Supermärkte werden zu religiösen Heiligtümern erkoren – und die Dimension deines Magens wird neu definiert!

Jaa.. Essen ist etwas feines! Doch was isst man, wenn die Prioritäten nicht nur bei gesund und lecker liegen, sondern der Aspekt des Gewichtes, der Haltbarkeit und vor allem die Anzahl der Kalorien auf einmal eine höhere Bedeutung bekommen? Prinzipiell muss jeder auf einem Fernwanderweg seinen eigene Strategie finden – das gilt auch beim Essen. Dennoch habe ich hier einige Tipps parat und erzähle ein wenig, wie ich dieses Thema angehe.

  • Haltbarkeit
  • Resupply
  • Wochenplan
  • Wasser

Der Hauptgrund für Langeweile und monotonisches Essen auf dem Trail ist vor allem die Haltbarkeit. Solange du keine Wanderung in Polarkreisen machst, wird es schwierig gewisse Dinge frisch zu halten und du landest schnell wieder bei Nudeln und dieser Tomatensoße aus der Tüte von gestern… und vorgestern… und vermutlich der letzten 3 Wochen.

Dabei sind Nudeln überhaupt gar nicht langweilig und man kann sie auf so viele verschiedene Arten und Weisen aufpeppen, dass ich einen ganzen Wochenplan aufstellen könnte, der nur aus Nudelgerichten besteht. Dafür habe ich immer ein paar der folgenden Zutaten dabei (nicht alle – das wäre auch mir zu schwer, aber abwechselnd mal dies oder das) , die es mir wert sind getragen zu werden:

  • Eine Zwiebel
  • Eine Zitrone
  • Thunfisch oder Lachs aus der Dose
  • Pesto
  • Tomatenmark/ getrocknete Tomaten
  • Parmesan
  • Eine Salami oder etwas ähnliches

Das sind so ein paar Dinge die ich gerne mit Nudeln kombiniere, vor allem der Lachs aus der Dose, mit Zwiebel und Zitrone, ist mit Nudeln schon ziemliches Gourmetessen mitten in der Wildnis.

Der Phantasie sind dabei überhaupt keine Grenzen gesetzt und falls dir Nudeln einfach zu den Ohren raus hängen – es gibt auch Reis…

 

Was man auch gerne mal vergisst: Wenn man seine Vorräte im Supermarkt o.ä. auffüllt und am selben Tag wieder auf den Trail verschwindet, schadet es nicht, etwas mitzunehmen was unter Umständen etwas schwer ist, oder vielleicht eigentlich in den Kühlschrank gehört. Man hat das ja nur ein paar Stunden im Rucksack und dann schnell im Magen. Solange man kein rohes Steak durch die Gegend trägt, steht einem eine wirklich große Vielfalt aus den Supermarktregalen zur Verfügung… und wenn du beispielsweise auf Island unterwegs bist: Dort kannst du auch locker rohes Fleisch oder Fisch mit dir herumtragen, habe ich mehrfach auch mehrere Tage mit Lamm und geräuchertem Lachs so gemacht und für gut befunden.

Nun besteht unser Tag ja aber nicht nur aus Abendessen und Nudeln…

Zum Frühstück nehme ich mir immer wieder gerne mal ein Brot mit. Da ich leider mit vielen Nüssen ein Problem habe, fallen diese Müsliriegel meistens weg – oder schmecken meiner Meinung nach nicht. Die einzigen die ich wirklich mag und gerne esse sind die 2 Sorten „Blueberry/Crisp“ und „Macadamia/White Chocolate“ von „Cliffbar“. Auch wenn ich nach dem Macadamia-Snack meistens wie ein Streuselkuchen aussehe – der schmeckt mir einfach zu gut.

Der Oberrenner auf Trails ist und bleibt Nutella! In Amerika gibt es das auch in Plastikbehältern anstatt Gläsern. Nutella wird auch schnell mal zur Währung – oder wird pur gegessen – mein Fall ist das allerdings nicht. Nutella kann ersetzt werden gegen Erdnussbutter (fällt für mich raus) oder andere lustige Brotaufstriche, durch die wir uns in Kinderzeiten alle mal probiert haben. Mein persönliches Hassobjekt dabei: Marshmallowaufstrich! Das Zeug gibt es wirklich und es klingt genau so wie es schmeckt!

Es kostet am Anfang vielleicht etwas Überwindung, aber so schlimm schmeckt es nun auch wieder nicht: Müsli in Wasser anstatt Milch! Wer gar nicht damit zurecht kommt, für den gibt es Milchpulver!

Generell wird man schnell einfallsreich, wenn man unterwegs ist. Ausserdem hast du genug Zeit über dein Essen nachzudenken und viele Dinge auszuprobieren!

TIPP: Nehm dir jedes mal wenn du die Stadt verlässt und wieder auf den Trail verschwindest etwas mit, was du total gerne magst. Zum Beispiel das geilste Sandwich was es bei Subway gibt, einen Donut (was rede ich da? 4 Donuts!!!), die Hälfte der halben Pizza die du übrig gelassen hast (unwahrscheinlich, kauf dir ne neue), oder was weiß ich. Es gibt nichts tolleres, als sich den ganzen Tag auf sein Essen zu freuen und dann abends vor seinem Zelt zu sitzen und seine halbe Pizza zu genießen. Die ist dann zwar kalt – aber glaub mir – es wird trotzdem die leckerste Pizza deines Lebens sein!